
JUGEND FILMT möchte Jugendliche im Alter von 14 – 19 Jahren erreichen, die in Pritzwalk und der Prignitz leben. Sie sollen über die Erstellung von Kurzvideos mit ihrem Handy ihre Themen nicht nur für sich selbst formulieren lernen, sondern sie – als Form der Mitsprache – in die Öffentlichkeit bringen, um sich Gehör zu verschaffen. Ihre Beiträge können über die sozialen Medien zudem viele Bürger:innen erreichen, die diese Medien ebenfalls nutzen.
Die Prignitz hat eine alternde Bevölkerungsstruktur. Die Bürger:innen finden sich journalistisch kaum noch in den regionalen Blättern und TV-Formaten wieder, weil die Zeitungen ihre Niederlassungen streicht und das Regionalfernsehen nur selten in die Region kommt. Den Jugendlichen hier fehlen einerseits Orte, an denen sie sich treffen können, sowie gezielt auf Jugendliche zugeschnittene Projekte außerhalb der Schule, die Mitsprache und Verständigung ermöglichen. Viele der vor Ort lebenden Jugendlichen wollen nach der Schule nicht nur zum Studieren weggehen, die meisten wollen nicht zurückkommen.
Gerade im ländlichen Prignitzer Raum fehlen partzipative Jugend-Formate, die sowohl für die Bindung an den Herkunftsort als auch für die Demokratiebildung so wichtig sind.
JUGEND FILMT möchte die Handy-Affinität der Jugendlichen nutzen, um mit ihnen kleine redaktionelle Beiträge zu erstellen, mit denen sie einerseits Menschen, Berufsfelder und Lokalpolitik kennenlernen, um andererseits in der filmischen und redaktionellen Auseinandersetzung mit den Themen wirkliche Aneignungsprozesse kennenzulernen. Das Handy für die Erstellung der Beiträge zu nutzen und diese im Netz und auf den Sozialen Netzwerken zu platzieren, ist hiermit Mittel zum Zweck, da sich die mediale Aufmerksamkeit derJugend hauptsächlich ins Internet verlagert hat und die Mädchen und Jungen diese Kanäle mehrheitlich für die Kommunikation nutzen. In den Filmgruppen lernen sie, sich aktiv mit ihren Themen und sich selbst auseinanderzusetzen, respektvollen Umgang mit den Protagonist:innen und dem Medium selbst. JUGEND FILMT verfolgt den Ansatz, Medien nicht zu verbieten, sondern passiven Konsum in bewusste kreative Gestaltung umzuwandeln. Man darf auch Fehler machen und daraus lernen. Und vor allem soll es Spaß machen!
In den kleinen Beiträgen, die cross- und multmedial auf den lokalen Facebook- und Instagram-Seiten sowie den regionalen Kanälen Verbreitung finden sollen, können die Schüler:innen der Region ein Sprachrohr finden und dieses für sich und ihre Themen nutzen.
Die Jugendlichen erarbeiten ihre Kurzfilme unter meiner Anleitung. Dabei werden Kamera- und Schnitttechniken vermittelt, Themen gemeinsam entwickelt und die Beiträge anschließend auf Social- Media-Kanälen (TikTok, Instagram, Facebook) sowie der Projekt-Webseite veröffentlicht. Durch partizipative Methoden wie Ideenaustausch und spielerische Auseinandersetzung mit eigenen Lebensweltthemen erfahren die Jugendlichen kreative Aneignung und politische Bildung.
Das Projekt ist ein Teil von Plan P und wird seit 2026 gefördert durch das
